Besuch von den Handwerkern der Klosterstadt-Baustelle in Meßkirch

Schon seit einiger Zeit beschäftigten sich die Kinder unserer Schule mit dem Leben und Arbeiten im Mittelalter. Darum organisierte unser Schüler-Vater Herr Hoffmann vom Werkstättle Pfullendorf den Besuch einiger Handwerker an unserer Schule.

So konnten unsere Kinder fasziniert beobachten, wie beim Kardieren Wolle auf die eine Karde gelegt wurde, die dann mit Hilfe der anderen Karde auseinandergezogen wurde. Es entstanden flauschige Büschel, die sich prima verspinnen ließen. Es war schon beeindruckend zu sehen, wie aus einem Stückchen Rohwolle durch das Spinnen mit der Handspindel ein Faden entstand.

„Da braucht man bestimmt ganz schön viel Übung“, dachten sich die meisten Kinder.

 

 

Gerne nahmen sie die Einladung des „Seilers“ an, selbst ein ganz kleines Stück Seil herzustellen. Die Schüler bekamen anschaulich erklärt, aus welchen Fasern das Seil bestand: aus Bast, dem lebenden Gewebe unter der Borke von Bäumen!

Eine Frau stellte nur mit einer Nadel Dinge her, die wie gestrickt oder gehäkelt aussahen. Sie erklärte, dass das Nadelbinden eine Handarbeitstechnik sei, bei der mit Hilfe einer relativ großen meist hölzernen Nadel Schlaufen aus Wollfäden gebildet werden, die ineinander verschlungen werden und ein Gewebe bilden. Mit dieser Technik brauche man für so eine Mütze schon fast eine Woche, meinte sie.

Der Korbmacher erzählte, dass das Flechten von Körben aus dünnen Holzzweigen zu den ältesten handwerklichen Tätigkeiten des Menschen gehören dürfte. Er flocht mit Zweigen aus Weiden, die man im November geschnitten hatte.

Auf dem Schulhof durften Kinder mittelalterliche Tragetechniken ausprobieren. Die Schindelmacher hatten dicke Stammabschnitte herbeigeschafft, die sie mit Schlägel und Keil in Spälte spalteten. Aus den Spälten werden nämlich dann die Schindeln gemacht.

Dazu zeigten unsere Gäste uns die Schindelbank. Diese Schnitzbank ist eine Vorrichtung zum Feststellen von Holz-Werkstücken während ihrer Bearbeitung. Sie steht auf vier hölzernen Beinen. An der Längsseite ist eine Klemmvorrichtung angebracht. Der Arbeiter sitzt auf der Bank wie auf einem Pferd.

Nach den Vorführungen überreichten die Kinder den mittelalterlich gewandeten Besuchern ein „mittelalterlich“ gestaltetes Dankesschreiben und schmetterten fröhlich ihr Lied vom „Ritter Giselher“. (So toll diese originalgetreuen Gäste auch waren – so ein Ritter in einer Rüstung wäre auch cool gewesen, fand der ein oder andere Erstklässler….)

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der

Karolingischen Klosterstadt Meßkirch: Campus Galli

Montessori-Grundschule

Linzgau

 

Oberdorfstraße 9

 

88630 Pfullendorf

 

Tel.: 07552 8166

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04.05.2018