Offizielle Einweihung des Kinderhauses

Erweitert: Aus der Schule wird ein Kinderhaus

Kindergarten zieht ins Schulgebäude um – Stadt investiert 135 000 Euro in den Umbau

Von Anthia Schmitt

Pfullendorf – „Typisch Aach-Linz.“ Da waren sich Bürgermeister Thomas Kugler und Ortsvorsteher Emil Gabele vor den zahlreichen Festgästen einig: Wenn man sich in Aach-Linz etwas vornimmt, dann schafft man es auch, und zwar gemeinsam. So auch das Montessori-Kinderhaus, dem gestern mit der offiziellen Einweihung des Kindergartens ein weiterer Mosaikstein hinzugefügt wurde.

„Wir heißen Euch herzlich willkommen“, wandte sich Dagmar Aberle namens der Schule an die Erzieherinnen und die Kindergartenkinder, die zu Beginn des neuen Schuljahrs ihr neues Domizil im Schulhaus bezogen haben. Im Vorfeld war der Südwestflügel des Gebäudes in Monate langer Arbeit umgebaut worden. Farbenfrohe Räume entstanden und der Boden erhielt eine dicke Isolierung, damit die Kleinen unbeschadet darauf spielen können. Die Möblierung wurde großteils aus dem bisherigen kirchlichen Kindergarten St. Martin übernommen, die Kücheneinrichtung stammt aus dem zwischenzeitlich geschlossenen Kindergarten „Spatzennest“. Auf 135 000 Euro bezifferte Stadtbaumeister Otto Poppenmaier, der über die baulichen Maßnahmen informierte, die Kosten für den Umbau. Einschließlich der Investitionen in den beiden vorausgegangenen Jahren für den Schulbereich belaufen sich die bisherigen Ausgaben für das Kinderhaus auf 310 000 Euro. Dazu summiert sich die hochwertige Ausstattung mit Montessori-Arbeitsmaterial. „Wir brauchen nun dringend die Mensa, denn schon derzeit nehmen 23 Kinder ihr Essen in der Schule ein“, sagte Poppenmaier. Für diese Einrichtung, deren Kosten er auf 120 000 bis 140 000 Euro schätzte, soll der ehemalige Turnraum genutzt werden. Danach bleiben in dem vor zehn Jahren großzügig umgebauten und erweiterten Gebäude immer noch genügend Räumlichkeiten, um die Schule und den Kindergarten zu erweitern, so Poppenmaier: „Hier sind Zukunftsperspektiven gegeben.“ Ausdrücklich hob er seinen Mitarbeiter Oswald Müller hervor, der die Umgestaltung des Kinderhauses mit großem Engagement und Einfallsreichtum geleitet habe.

„Ich denke, wir haben eine Supergeschichte hinbekommen“, sagte Bürgermeister Thomas Kugler. Er erinnerte daran, dass nach der Zerschlagung des Schulverbands mit Wald der Bestand der Aach-Linzer Grundschule in Gefahr war. Damals sei es der Wunsch gewesen, die Schule und damit eine wichtige Infrastruktur im Ortsteil zu erhalten. „Es wäre sünd und schad gewesen, nicht nur wegen des Gebäudes“, sagte Kugler. Mit diesem Ziel habe man sich für die Umgestaltung der Schule in ein Kinderhaus mit dem Qualitätsmerkmal „Montessori“ entschieden. Mit der Integration des ehemals kirchlichen Kindergartens habe das Kinderhaus, in dem nun Kinder bis zum zehnten Lebensjahr betreut werden, eine Aufwertung erfahren, „ein Kleinod für Aach-Linz und für die ganze Stadt, dessen Qualitätsschraube nach oben gedreht wird“. 

Das Schlusswort gehörte der langjährigen Kindergartenleiterin Marlies Steffan. Sie hat sich nach 40 Jahren im katholischen Kindergarten St. Martin für einen neuen Weg entschieden und die zweieinhalbjährige berufsbegleitende Montessori-Ausbildung absolviert. Ein Engagement, das von allen Vorrednern lobend erwähnt wurde. Die Kooperation mit der Schule sei schon immer sehr gut gewesen, benannte Steffan, was ihr die Entscheidung erleichtert hat, sich noch einmal auf die Schulbank zu setzen. Für die Kinder und das ganze Haus wünschte sie: „Alle sollen jeden Morgen mit Freude in dieses Haus kommen, jedes Kind soll dort abgeholt werden, wo es steht, und bestmöglich gefördert werden.“

Die Kinder selbst trugen natürlich ebenfalls ihren Teil zum Gelingen des Nachmittags bei: Sie sangen und spielten einige fröhliche Kindergartenlieder, bei denen auch die Ehrengäste zum Mitmachen aufgefordert wurden. Eine gemütliche Kaffeerunde beendete die Feierstunde, die Kugler anfangs als „guten und schönen Anlass für Aach-Linz“ bezeichnet hatte.

Übrigens: Das ehemalige Kindergartengebäude mit seinen fünf Räumen und dem 1800 Quadratmeter großen Grundstück steht für 165 000 Euro zum Verkauf, wie man aus einem Immobilien-Flyer der LBS entnehmen kann.

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