Akademie Schloss Rotenfels

Druckwerkstatt:     Vom Experiment zur Radierung
Zielgruppe:            Schülerinnen und Schüler ab Klasse 2

Ziele und Inhalte:   Ein Bild über einen Abdruck zu erzeugen, hat eine lange Geschichte. Die Möglichkeit der Vervielfältigung ist ein Aspekt, ein anderer ist der besondere grafische Reiz, der uns unmittelbar aus den einzelnen Drucktechniken heraus anspricht. Drucken heißt, gespannt sein auf das Ergebnis, überrascht sein, verändernwollen...
Nicht zuletzt der handwerkliche Umgang mit Material, Druckfarbe, Walze, Presse, etc., ist eine nur dort anzutreffende spezifische Bereicherung für die Sinne.

Leitung: Achim Brückner, Künstler und Kunstpädagoge, Nürtingen

 

 

Montag, 13. Februar 2012
21  aufgeregte Zweit- und  Drittklässler warten frühmorgens auf dem Bahnsteig des Sigmaringer Bahnhofes mit ihren Eltern und den Begleiterinnen Frau Schmid und Frau Aberle  auf  die  Regionalbahn. In den Rucksäcken stecken nur die allernot- wendigsten Kleider, die Waschsachen und natürlich die Malsachen. Unternehmungslustig klettern die Kinder in den Zug. Man richtet sich auf den Sitzplätzen ein, winkt nochmal Mama oder Papa, die auf dem Bahnsteig stehen und fängt recht bald an zu spielen oder zu vespern.

Am Zielort erreicht die Gruppe nach einem kurzen Fußmarsch die Akademie. Nach dem Mittagessen wird zunächst einmal das Umland erkundet.


Am Nachmittag lernen die Kursteilnehmer ihren Leiter Achim Brückner kennen. Die Kinder begegnen der Monotypie, stellen mit Kartons erste Druckstöcke her und präsentieren recht bald stolz ihre ersten Drucke.


Der erlebnisreiche Tag sorgt für eine Müdigkeit, die die Kinder nach dem Abendessen und einem kurzen Spaziergang recht bald in ihre Zimmer lockt - eine Gespenstergeschichte noch, und in den meisten Räumen ist es leise.

 

Dienstag, 14. Februar 2012
Am nächsten Morgen stärken sich alle zunächst einmal mit einem reich- haltigen Frühstück. Danach erklärt Achim Brückner den Kindern den Unterschied zwischen einem Hoch- und einem Tiefdruck. Man zeichnet erste Entwürfe zu einem Löwenmotiv. Dieses wird später auf Radierplatten übertragen und eingeritzt. Die Kinder reiben die Druckerschwärze in die Ritzen, erwärmen die Farbflächen durch heftiges Rubbeln mit dem Handballen und nehmen dann die überschüssige Farbe mit Tüchern wieder ab. Inzwischen hat Achim Brückner das Papier für die Drucke angefeuchtet und gut eingeschlagen. Beim Drucken wird die Farbe von dem feuchten Papier aus den Ritzen gesaugt, sodass ein klares Bild entsteht. Die Kinder sind beeindruckt von ihren Ergebnissen.

 

Nach der intensiven Arbeitszeit freuen sich alle auf das Mittagessen. In der Mittagspause geht's raus zum Luftschnappen. Es liegt hier viel weniger Schnee als daheim, und die milden Temperaturen lassen Eis und Schnee antauen. Vorbei an bizarren Eiszapfenwänden, gefrorenen Rank- Gewächsen und über vereiste Wegflächen erobern die Kinder die Wanderwege des Parks. Begeistert wird das Klettergerüst des zuvor winterlich stillen Spielplatzes gestürmt. So ausgetobt nehmen die Kursteilnehmer ihre weiteren gestalterischen Aufgaben in Angriff.

 

 


Für den Nachmittag hat Achim Brückner mehrere Arbeitsstationen vorbereitet. Während eine Gruppe mit Kartonstücken ein Löwenplakat gestaltet, experimentiert die zweite mit den Abdruckmöglichkeiten verschiedener Materialien und die dritte paust mit Hilfe der eingewalzten Farbplatte Zeichnungen auf das daraufgelegte Papier.
Gespannt verfolgt die Gruppe den Druck des gemeinsam vorbereiteten Karton-Löwen-Kopfes. Den Abschluss des Arbeitstages bildet eine Mosaik-Stempel-Aufgabe.

 

 

 

Das Abendprogramm besteht aus Singen, Bewegungsliedern, Witze erzählen und zur Freude aller Teilnehmer dem „Chef-Vize"-Spiel. Nach der Gute-Nacht-Geschichte wird in allen Zimmern recht schnell geschlafen.

 

 

 


Mittwoch, 15. Februar 2012

Im letzten Kursabschnitt optimiert Achim Brückner die Drucke der tags zuvor hergestellten Radierungen, indem er für das Verteilen der Farbe eine Wärmeplatte bereit stellt. Während eine Kleingruppe die Farbe auf der Druckplatte verteilt, erstellen die anderen einen Druckstock mit einer aufgeklebten Kordel.
Am Ende der arbeitsreichen Kursstunden verpacken Frau Schmid und Frau Aberle die Werke ihrer Schüler sicher für den Transport. Die Gruppe bedankt sich bei Achim Brückner und bricht gleich nach dem Mittagessen zur Heimreise auf.

 

Auf dem Bahnhof Rastatt ist die Wartezeit so lang, dass sogar ein kleiner Ausflug in einen Park eingeschoben werden kann. Dort toben und spielen die Kinder, bis es Zeit ist, sich auf den Bahnsteig zu begeben, um in den heiß ersehnten Intercity-Zug zu klettern. Die Klasse steht erwartungsfroh an dem für den gebuchten Wagen vorgesehenen Halteplatz, als es aus dem Lautsprecher tönt: „Verehrte Fahrgäste, der erwartete Intercity  auf Gleis 3 hat 70 Minuten Verspätung.“  Verblüffung,  Empörung, aber nur kurz anhaltende Ratlosigkeit folgen dieser Nachricht. Frau Schmid eilt mit den Tickets der Gruppe zum Reisebüro und sorgt dafür, dass die Fahrt dann eben mit dem Regionalexpress fortgesetzt werden kann. Dieser kommt gerade so rechtzeitig, dass der Folgezug ganz knapp erwischt werden kann. 

Nach dieser Aufregung genießen die Kinder recht entspannt die Fahrt im oberen Stockwerk des Waggons. Sie schauen zum Fenster raus, plaudern mit den anderen Fahrgästen oder fordern diese sogar zu einer kleinen Partie Schach heraus.
Auf die Minute genau trifft der Zug in Sigmaringen ein, wo die Eltern schon auf dem, Bahnsteig warten.
Alles in allem ist der Besuch der Druck-Werkstatt auf der Akademie Rotenfels mal wieder eine richtig schöne Exkursion gewesen, an die alle Beteiligten gerne zurückdenken werden.

Montessori-Grundschule

Linzgau

 

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